Klein-Balkan im 20. Wiener-Bezirk

Urlaub. Nur sechs Tage – aber immerhin, besser als gar nichts. Ich habe meine Eltern in Wien besucht, vor einiger Zeit sind sie umgezogen – vom Naschmarkt (Zentrum) in den entfernten 20. Bezirk. Eigentlich keine schlechte Gegend. Die Donau ist um die Ecke, mit einer schönen Uferpromenade. Gegenüber der Wohnung gibt es zwei große Spielplätze – für meinen 15-Monate alten Sohn der Himmel auf Erden. Also packten wir am nächsten Morgen Schaufel und Fußball und fuhren mit dem neuen Dreirad zum Spielen. Ich war grad von meiner Bosnienreise zurückgekehrt, aber so richtig sicher war ich mir dann doch nicht. Denn die Amtssprache auf dem Spielplatz war Balkanesisch. Ich weiß schon, dass viele aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien leben, aber ich wusste nicht, dass die Österreicher vom Aussterben bedroht sind. Zumindest im 20. Bezirk.

In einem Park in Wien

Auf dem Spielplatz waren so viele Kinder, kein einziges sprach Deutsch – Serbisch, Kroatisch, Mazedonisch, Albanisch, Türkisch… Das Schönste war, dass sie sich irgendwie untereinander verständigen konnten. Nur als die Taktik beim Fußball genauer diskutiert werden musste, habe ich hier und da ein deutsches Wort vernommen. Sonst – Balkan rules. Das einzig Deutsche war das Schild „Hundeverbot“ auf dem Zaun des Fußballplatzes. Für meinen Sohn ist das ein kostenloser Sprachunterricht. Toll, ich wollte schon immer, dass er auch Kroatisch/Serbisch sprechen lernt. Nun brauche ich mir keine Sorgen machen – er muss nur mehr Zeit bei meinen Eltern verbringen, im 20. Bezirk in Wien.

hundeverbot

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