Do you wanna play football?

„Hello“, sagt er und kichert. Ich mache die Kamera aus und kichere zurück nicht wissend, was ich sagen soll. „Hello, what’s your name?“, fragt er mich ungeduldig, aber mit einem Lächeln im Gesicht. Ich antworte: Rayna. „Aha, ok, do you wanna play football?“ Und zeigt auf seinen Freund, der mit dem Ball ein paar Meter weiter weg wartet.

Ich winke dem angehenden Schweinsteiger zu und gebe zu, dass ich ganz schlecht Fußball spiele, er würde verlieren, wenn ich in seinem Team wäre. Verstanden hat er das nicht, denn: „Do you wanna play football?“ Er blinzelt mit den Augen, die Sonne brennt ihm ins Gesicht. „No. Sorry“, antworte ich. Das hat er verstanden, diese klare Antwort hat dem 6-Jährigen aber nicht wirklich gefallen. Sein Freund hat die Situation kapiert und kommt mit zwei Schokokeksen zu uns – den einen kriege ich, den anderen der Junge. Das konnte die Enttäuschung etwas mildern, denke ich. Er sei aus Afghanistan und seit einem Monat in Serbien, erzählt und kaut. In einem kleinen blauen Zelt, in der Nähe des Belgrader Bahnhofs lebt er – zusammen mit seiner Familie. Wie lange er hier bleiben wird, weiß er nicht. Aber dass er jetzt Fußball spielen will, das weiß er schon – und rennt mit seinem Freund davon.

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