Die Vision von einem besseren Serbien

Photo by Denis Sarkic © All Rights Reserved

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Er hatte sie, doch er nahm sie mit in den Tod. Zehn Jahre nach der Ermordung von Zoran Djindjic ist die Zeit in Serbien stehen geblieben. Ok, es hat sich am äußeren Antlitz des Landes, vor allem der Hauptstadt, viel getan, das gebe ich zu, doch: Wer regiert jetzt? – die Nationalisten. Wo steht Serbien? – immer noch am Rande der EU. Was versprechen die Politiker? – dass sie Kosovo niemals anerkennen werden. War das jetzt ein verlorenes Jahrzehnt?

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In Memoriam

Das mich vorantreibende Motto lautet, gebe nie auf. Wenn du zu überholen anfängst, gib Gas. Mache das, was du für richtig hältst, und nicht das, was von der Mehrheit unterstützt wird.

Zoran Djindjic, Vecernje novosti (30.12.2001) –http://www.zorandjindjic.org/citati

 

Zoran Djindjic ist seinem Motto treu geblieben – bis zum Schluss wollte er sein Land und seine Visionen nicht aufgeben. Doch noch war sein Serbien nicht reif für ihn und seine Ideen. Djindjic war am richtigen Ort aber zur falschen Zeit.

Als Ministerpräsident Serbiens führte er sein Land von 2001 bis 2003. Er war der Reformer, der Anführer des Umbruchs, er brachte Serbien näher an Europa. Dank ihm begriff die Welt, dass in Serbien nicht nur Nationalisten leben. Er lieferte Milosevic an das Tribunal in Den Haag aus und erntete den Applaus des Westens. Zuhause dagegen – Schüsse. Am 12.03.2003 wurde er durch Scharfschützen ermordet. Die Täter wurden gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt. Doch die Hintergründe des Mordes sind noch immer nicht aufarbeitet worden.

Am vergangenen Samstag (10.03.2012) gedachten in Belgrad etwa 20.000 Menschen des getöteten Ministerpräsidenten.