Zu Gast beim Balkanizer

Mittwoch, 21 Uhr, das Telefon klingelt: Mama bestimmt, dachte ich mir. Die hat ja heute gar nicht angerufen, und es vergeht selten ein Tag, wo meine Mama nicht anruft. Ich renne zum Telefon – DANKO RABRENOVIC. Nein, was will er jetzt von mir?

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Die Stempel-Sammlerin

Ach, mein geliebter Balkan, wie sehr ich dich verachte. Wegen dir musste ich viele sinnlose Stunden in schmutzigen Bussen verbringen, dort in der heißen und stickigen Luft baden, an Grenzkontrollen warten und den schlechten Musikgeschmack der Busfahrer ertragen. Wieso?

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Klein-Balkan im 20. Wiener-Bezirk

Urlaub. Nur sechs Tage – aber immerhin, besser als gar nichts. Ich habe meine Eltern in Wien besucht, vor einiger Zeit sind sie umgezogen – vom Naschmarkt (Zentrum) in den entfernten 20. Bezirk. Eigentlich keine schlechte Gegend. Die Donau ist um die Ecke, mit einer schönen Uferpromenade. Gegenüber der Wohnung gibt es zwei große Spielplätze – für meinen 15-Monate alten Sohn der Himmel auf Erden. Also packten wir am nächsten Morgen Schaufel und Fußball und fuhren mit dem neuen Dreirad zum Spielen. Ich war grad von meiner Bosnienreise zurückgekehrt, aber so richtig sicher war ich mir dann doch nicht. Denn die Amtssprache auf dem Spielplatz war Balkanesisch. Ich weiß schon, dass viele aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien leben, aber ich wusste nicht, dass die Österreicher vom Aussterben bedroht sind. Zumindest im 20. Bezirk.

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Deutschland, deine Migranten

Integrationskurse, Integrationsbeauftragte, Integrationsgipfel: Es ist wieder mal soweit. Maria Böhmer hat ins Kanzleramt eingeladen und es wird schon zum fünften Mal in Folge über die Zauberformel der Integration in Deutschland gesprochen. Oder wie die Menschen hier besser miteinander leben können. Denn das ist eigentlich für mich Integration. Aber je mehr wir diskutieren, desto mehr desintegrieren wir uns, denn es geht einfach nicht voran in dieser Debatte.

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Bei Genscher zuhause

Ein großes Jubiläum nahte: Es war der 20. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärungen Kroatiens und Sloweniens. Am 25. Juni feiern die Kroaten ihren Staatsfeiertag. An vielen Häusern wird die kroatische Fahne gehisst, man wird patriotischer als sonst. Zumindest habe ich das so empfunden, als ich einige Jahre in Zagreb gelebt habe. Ich habe es also als meine Pflicht gesehen, etwas Großes aus dem Jubiläum zu machen: einen Artikel zu schreiben, ein Interview zu führen, einen … Genscher! Und so war die Idee geboren. Ich wollte unseren ehemaligen Außenminister treffen und mit ihm über dieses Jubiläum sprechen.

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Bloß den Workshop nicht verpassen

Misha Glenny gehört zu jener Sorte Journalisten, die ich total bewundere: Sie sprechen mehrere Sprachen (er u.a. Serbisch), sind sehr bodenständig und nicht hochnäsig (wie einige in unserer Branche, die eigentlich keinen Grund dafür haben), sie wissen, was sie erzählen und schreiben und lassen sich auf ein Gespräch mit Volontären wie mir ein.

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