Klein-Balkan im 20. Wiener-Bezirk

Urlaub. Nur sechs Tage – aber immerhin, besser als gar nichts. Ich habe meine Eltern in Wien besucht, vor einiger Zeit sind sie umgezogen – vom Naschmarkt (Zentrum) in den entfernten 20. Bezirk. Eigentlich keine schlechte Gegend. Die Donau ist um die Ecke, mit einer schönen Uferpromenade. Gegenüber der Wohnung gibt es zwei große Spielplätze – für meinen 15-Monate alten Sohn der Himmel auf Erden. Also packten wir am nächsten Morgen Schaufel und Fußball und fuhren mit dem neuen Dreirad zum Spielen. Ich war grad von meiner Bosnienreise zurückgekehrt, aber so richtig sicher war ich mir dann doch nicht. Denn die Amtssprache auf dem Spielplatz war Balkanesisch. Ich weiß schon, dass viele aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien leben, aber ich wusste nicht, dass die Österreicher vom Aussterben bedroht sind. Zumindest im 20. Bezirk.

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Deutschland, deine Migranten

Integrationskurse, Integrationsbeauftragte, Integrationsgipfel: Es ist wieder mal soweit. Maria Böhmer hat ins Kanzleramt eingeladen und es wird schon zum fünften Mal in Folge über die Zauberformel der Integration in Deutschland gesprochen. Oder wie die Menschen hier besser miteinander leben können. Denn das ist eigentlich für mich Integration. Aber je mehr wir diskutieren, desto mehr desintegrieren wir uns, denn es geht einfach nicht voran in dieser Debatte.

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Bei Genscher zuhause

Ein großes Jubiläum nahte: Es war der 20. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärungen Kroatiens und Sloweniens. Am 25. Juni feiern die Kroaten ihren Staatsfeiertag. An vielen Häusern wird die kroatische Fahne gehisst, man wird patriotischer als sonst. Zumindest habe ich das so empfunden, als ich einige Jahre in Zagreb gelebt habe. Ich habe es also als meine Pflicht gesehen, etwas Großes aus dem Jubiläum zu machen: einen Artikel zu schreiben, ein Interview zu führen, einen … Genscher! Und so war die Idee geboren. Ich wollte unseren ehemaligen Außenminister treffen und mit ihm über dieses Jubiläum sprechen.

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Bloß den Workshop nicht verpassen

Misha Glenny gehört zu jener Sorte Journalisten, die ich total bewundere: Sie sprechen mehrere Sprachen (er u.a. Serbisch), sind sehr bodenständig und nicht hochnäsig (wie einige in unserer Branche, die eigentlich keinen Grund dafür haben), sie wissen, was sie erzählen und schreiben und lassen sich auf ein Gespräch mit Volontären wie mir ein.

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‚Kunstnomaden‘ auf BalkanART

Wer würde denn schon nach Bielefeld einfach so der Stadt wegen fahren? Auch dass Bielefeld die größte Stadt … der ganzen Region Ostwestfalen-Lippe! ist, reizt mich nicht wirklich. Und doch es zählen ja immer die inneren Werte. Und zu den inneren Werten einer Stadt gehört die Kultur und die ist bunt in Bielefeld. Ich möchte alle Balkan-Interessierten auf ein Festival nächste Woche aufmerksam machen. Fünf Tage lang präsentieren die „Kunstnomaden“ Fotos, Lesungen, Filme und Musik nach BalkanART.

Die Goldenen Zeiten sind vorbei!

Während sich die Deutschen, zumindest die im Westen, seit dem Wirtschaftswunder in den 1950ern Jahren bis ins neue Jahrtausend rein einem hohen Lebensstandard erfreuen konnten, hatten die Osteuropäer nicht mal mehr als 10 Jahre Zeit, ihr kleines Wunder zu erleben. 2008 war es auch schon vorbei. Erst einmal für alle. Und dennoch: Das Ost-West Gefälle in Europa wird gerade in diesen Zeiten noch einmal deutlich.

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Der Balkan an der Grenze zwischen Ost und West

„Ein Gespenst geht um die westliche Kultur – das Gespenst des Balkans. Alle Mächte haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet: Politiker und Journalisten, konservative Akademiker und radikale Intellektuelle, Moralisten jeder Art, jeden Geschlechts und jeder Richtung.“ (Maria Todorova: Die Erfindung des Balkans. Europas bequemes Vorurteil, Darmstadt 1999)

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