Es muss wohl etwas wirklich Bahnbrechendes passiert sein, dass mein Vater jetzt angefangen hat, auf Facebook zu posten. Erst hab ich einen Schreck gekriegt, als ich das total inakzeptable Porträtbild von ihm gesehen habe, das er hochgeladen hat. Aber ich denke mal die schlechte Qualität war ein Zeichen dafür, dass er es wirklich eilig hatte, der Netzgemeinschaft etwas mitzuteilen und keine Zeit hatte für eine überlegte Fotoauswahl. Und Folgendes war zu lesen:
Archiv des Autors: Rayna Breuer
Bis der Krieg uns scheidet
Von Basketball versteh‘ ich ehrlich gesagt nicht viel. Obwohl ich diese
Sportart in der Schule gerne gespielt habe. Hier der Beweis: Mein rechter kleiner Finger ist seit einem sehr umkämpften
Basketballspiel krumm. Ich hatte mich während des Spiels verletzt, dachte
erstmal, ach komm, der Finger ist doch nur angeschwollen, wird schon. Aber dann
– Tage später – musste ich feststellen, dass er doch noch gebrochen war. Die
Ärzte wollten ihn noch einmal brechen, um ihn zu richten. Ich sagte: Nein,
auf keinen Fall. Einmal reicht. Und vielleicht habe ich beim nächsten Spiel
Glück, dachte ich, und im Eifer des Gefechts rückt er von alleine an die
richtige Stelle. Das ist jetzt gut 15 Jahre her, mein Finger ist krumm
geblieben – als Beweis meiner glorreichen Basketballkarriere.
Wieso ich Euch diese Geschichte erzähle? Weil ich neulich wieder das Glück
hatte, etwas mit Basketball zu machen. Nicht zu spielen, das wäre bestimmt
nicht gut gegangen, aber Menschen zu treffen, für die Basketball ihr Leben war
– mehr noch: ihr Schicksal. In Belgrad habe ich den berühmten Vlade Divac
getroffen, einer der Goldenen Jungs der jugoslawischen Nationalmannschaft.
Wenige Tage später bin ich nach Zagreb gereist, wo ich die Mutter einer anderen
Basketballlegende treffen durfte – Biserka Petrovic, die Mutter von Drazen
Petrovic. Was die beiden Ausnahmespieler verbunden hat, und was sie am Ende
getrennt hat, das erzähle ich in dieser Reportage, die u.a. der DLF am 2. Juni 2013
gesendet und die Deutsche Welle am 10. Juni 2013 veröffentlicht hat.
Kroatien vor dem EU-Beitritt
Das da oben sind die Helden meiner Reportage aus Kroatien. Wollt ihr wissen, was sie über den EU-Beitritt ihres Landes denken? Hier geht es lang: „Von Freude keine Spur“
Schuldgefühle
„Ich bitte auf Knien darum, dass Serbien für das in Srebrenica begangene Verbrechen verziehen wird“, sagte Tomislav Nikolic in einem Interview für das bosnische Fernsehen. Ein Meilenstein in der Rhetorik, bedenke man bloß seine Vergangenheit. Weiterlesen
Tito und ich im Flugzeug
Erst erzähl ich Euch die alte Geschichte und dann die neue – und dann was sie miteinander zu tun haben. Also es war Sommer 2008. Ich sollte im Rahmen einer EU-Veranstaltung nach Belgrad fliegen. Pure Freude! Die dauerte allerdings nur bis zum Flughafen in Wien. Wieso? Weil ich ein Flug-Schisser bin und mit dem serbischen schwarzen Humor nicht klar komme.
Wir mussten mit JAT Airways fliegen, also mit dem „Jugoslovenski Aerotransport“. Das Flugzeug – ein Relikt aus den glorreichen jugoslawischen Zeiten. Eine Propeller-Maschine, so klein, dass es nur Platz für 2 + 1 Personen pro Reihe gab. Der Einstieg in die Maschine: Ein Wippen, rechtes Bein hoch und schon ist man im Innenraum des Flugzeugs. Versteht Ihr? Keine Treppe, keine Stufen, nein! Die Maschine lag quasi auf dem Boden. Dann zeigte sich die ganze Pracht der serbischen „Aerotransport“-Industrie – Sitzbezug aus genähtem, weichem, orangefarbenem Stoff, der leicht muffig roch. Ich hab mich hingesetzt – und vergebens nach einem Gurt gesucht. Ich wechselte den Platz, da hatte ich mehr Glück.
Die Vision von einem besseren Serbien
Er hatte sie, doch er nahm sie mit in den Tod. Zehn Jahre nach der Ermordung von Zoran Djindjic ist die Zeit in Serbien stehen geblieben. Ok, es hat sich am äußeren Antlitz des Landes, vor allem der Hauptstadt, viel getan, das gebe ich zu, doch: Wer regiert jetzt? – die Nationalisten. Wo steht Serbien? – immer noch am Rande der EU. Was versprechen die Politiker? – dass sie Kosovo niemals anerkennen werden. War das jetzt ein verlorenes Jahrzehnt?
Zu Gast beim Balkanizer
Auf frischer Tat ertappt
Was bisher geschah
In den ersten zwei Kalenderwochen sind nach den vielen besinnlichen Feiertagen die meisten noch in Katerstimmung. Zeit für mich, einen Rückblick auf 2012 zu werfen.
Kosovo – das Kulturgetto Europas
Hier die Links zum nachhören und -lesen:






